Aufklärung in Sachen Prosecco

Die Rebsorte von Prosecco hieß bis Ende des Jahres 2009  schlicht und einfach Prosecco. Prosecco konnte überall hergestellt werden, in Italien, in Deutschland, in Österreich, in Flasche, in Dosen, etc. Ab 2010 war Schluss damit! Italiens Landwirtschaftsministerium hat ein Dekret erlassen: Prosecco wurde eine Herkunftsbezeichnung. Prosecco darf nur mehr in der Region Friaul-Julisch-Venetien sowie den Provinzen Belluno, Padova, Venedig und Vicenza in der Region Veneto hergestellt werden. Die Trauben müssen obendrein auch aus diesen Gebieten stammen. Die Rebsorte hat sich nicht verändert, sie ist die gleiche geblieben, nur heißt sie jetzt Glera.

Seit der Ernte 2020 gibt es das prickelnde Vergnügen auch in rosa. „Na und?", werden einige denken. „Ich habe doch öfter schon Rosé Prosecco getrunken“. Die Antwort ist: Nein, habt ihr nicht“. Alles was die Jahre davor schon als Prosecco rosé angepriesen und verkauft wurde, war schlicht und einfach KEIN Prosecco sondern irgendein anderes Sprudelgetränk. Was macht den Prosecco rosa? Die Beimischung von Pinot Noir! 85 % muss nach wie vor aus der Glera Traube bestehen und der Rest darf Pinot Noir sein. Damit reagiert Italien auf die weltweit steigende Nachfrage nach Rosé-Getränken.

Also gilt: Nur wo Prosecco draufsteht, ist auch Prosecco drin!

Und noch ein Irrtum: Prosecco vom Fass. Manch ein findiger Wirt schreibt das auf seine Getränkekarte, weil es sich gut verkaufen lässt. Prosecco darf nur in Flasche abgefüllt werden. Ein Prosecco vom Fass ist daher gar nicht erlaubt.

Frizzante oder Spumante?

Diese allgemeine Bezeichnung gilt nicht nur für Prosecco, sondern auch für andere Sprudelgetränke (hergestellt nach dem Tankgärverfahren). Frizzante weisen einen Kohlesäuredruck von maximal 2,5 bar auf, während ein Spumante 2,5 bar und mehr hat.